Die Motivationsapp Mentor: Kann eine App mich wirklich motivieren?

Heute läuft alles digitalisiert. Jetzt kann man auch seine to-do-Listen aufs Smartphone holen: Mit der Motivations-App Mentor.
Lukas und das Mentor Team
von Lukas Kampfmann
Das gibt's noch zu tun© Markus Bormann - Fotolia.com

Mal ehrlich: Wie oft habt ihr euch schon etwas vorgenommen und dann doch nicht durchgezogen? Vielleicht habt ihr es euch im stillen Kämmerchen überlegt, oder mit einem Freund begonnen, der plötzlich doch kein Interesse mehr hatte. Das muss nicht sein! Die neue App Mentor soll dabei helfen, ein Vorhaben auch wirklich durchzuziehen. Wir haben mit Lukas Kampfmann von Mentor gesprochen, um mehr über die App zu erfahren.

Kurz gesagt: Mentor ist ein soziales Netzwerk, das uns dabei helfen soll, unsere persönlichen Ziele zu erreichen. Darin unterscheidet es sich von anderen Social Networks wie etwa Facebook, die sich eher mit Freizeit-Themen beschäftigen. Bei Mentor geht es ganz konkret darum: Was will ich erreichen und wie schaffe ich es? Da wirkt es nicht angeberisch, wenn man postet, dass man heute fünf Kilometer laufen war; im Gegenteil, genau darum geht es ja.

Meine eigene digitale to-do-Liste

Die App ist dabei auch einfach zu bedienen und im Prinzip selbsterklärend. Ein Beispiel: Wenn ich die App öffne, sehe ich dort die Ziele der Personen, die Mentor nutzen. Je mehr Leute ein gleiches Ziel haben, desto weiter oben in der Liste taucht es auf. Ganz oben stehen im Moment zum Beispiel “mehr lesen”, “gesund ernähren” und “ins Fitness-Studio gehen”. Wenn mich nun eines dieser Themen auch interessiert, dann kann ich es meiner persönlichen Liste hinzufügen. Alle meine Ziele werden dann in einer persönlichen to-do-Liste gesammelt – und wenn ich etwas geschafft oder erledigt habe, kann ich dort ganz klassisch den Punkt abhaken. Zusätzlich kann ich das auch kommentieren oder etwa ein Foto dazustellen, das erscheint dann auf einer Pinnwand und kann von anderen Nutzern gesehen und kommentiert werden.

Antrieb von außen und von innen

Die Idee hinter Mentor ist, dass es einem leichter fällt, persönliche Ziele zu erreichen, wenn diese in einen sozialen Kontext eingebettet werden und andere Menschen sozusagen mitfiebern. Das sieht man etwa im Job: Chef und Kollegen wirken dahin, dass ich pünktlich zur Arbeit erscheine und diese auch ordentlich mache. Im Privaten setzt man sich vielleicht mit Freunden und Familie gemeinsame Ziele: Joggen, Sprachen lernen, Zeit im Bücherclub verbringen. Und genau das transportiert Mentor ins 21. Jahrhundert, aufs Smartphone. Natürlich kann das nicht die Eigenmotivation ersetzen: Ein wenig Eigenmotivation braucht es schon, um ein Tool wie Mentor effizient zu nutzen. Die Nutzer müssen also schon Ziele wählen, zu denen sie innere Motivation aufbringen, an denen sie Spaß haben. Da bietet Mentor dann zusätzlich äußere Motivation, damit man sein Ziel schneller erreicht.

Zeitmanagement für Berufstätige

So sieht die Ziel-Liste aus So sieht die Ziel-Liste aus

 

Letztlich ist die App für alle geeignet, die Ambitionen haben und gewisse Dinge erreichen wollen. Besonders gut kann sie jedoch denjenigen helfen, die viel arbeiten müssen und nur wenig Zeit für ihre Freizeitplanung haben. Hier kann Mentor dazu beitragen, das Bewusstsein zu schaffen, was einem wirklich wichtig ist und wo man Prioritäten setzen möchte. Natürlich ist Mentor kein Zaubertrank, hier wurde kein völlig neuer Motivationsweg erfunden, sondern das Prinzip der Unterstützung durch einen Lehrer oder Mentor — deswegen ja auch der Name — einfach nur digitalisiert. So gibt es Tipps und Unterstützung von außen in Bereichen, in denen man seinen inneren Schweinehund zwar überwinden möchte, aber vielleicht noch der letzte Stupser fehlt, um das Ganze wirklich in Gang zu bringen. Mentor ist dabei auch kein Ersatz für Freunde und Familie — im Gegenteil, die Nutzer sollen weiterhin ihre Ziele offline in ihrem Umfeld umsetzen. Mentor bietet aber eine Plattform dafür.

Neue Kontakte knüpfen

Mentor bietet noch einen weiteren Vorteil: Die Erweiterung des eigenen sozialen Netzwerkes. Man kann sich Leute anzeigen lassen, die die gleichen Ziele teilen und diese als Freunde hinzufügen, sodass man sie in einem gesonderten Bereich angezeigt bekommt. Vielleicht möchte man ja mal jemanden persönlich kennenlernen, mit dem einen der Wunsch nach höherem Bücherkonsum oder mehr Bewegung verbindet. Natürlich kann man auch Freunde hinzufügen, die man aus der Offline-Welt bereits kennt, wenn diese Mentor ebenfalls nutzen. Aber: Mentor ist nicht zum Plaudern, sondern zum gegenseitigen Motivieren. Und jetzt noch zwei wichtige Infos zum Schluss: Bisher gibt es Mentor nur fürs iPhone, aber geplant ist, dass es in Zukunft auch für andere Smartphones erhältlich sein wird. Und: Mentor ist kostenlos. Und das soll es auch bleiben.

Das meint evidero:

Art der App: Denkanstöße: Motivation

Sprache: Englisch

Größe: 5MB

Preis: Umsonst!

Layout: Grau in grau — etwas langweilig

Sicherheit: Man muss sich mit Facebook oder einer Email-Adresse anmelden. Die Email-Adresse muss vorher bestätigt werden

Benutzerfreundlichkeit: Nicht allzu kompliziert, aber auch nicht auf den ersten Blick durchschaubar

Verfügbarkeit: Bisher nur fürs iPhone

Nutzen: Persönlichkeitsabhängig

Resümee: Ich wähle Ziele aus, die ich erreichen will, von “ins Fitness Studio gehen” über “Obst essen”, “Wasser trinken”, “Sex haben” usw. Habe ich eine der Aktivitäten gemacht, dann kann ich danach bestätigen, dass ich das gemacht habe und wie ich mich dabei gefühlt habe. Andere (meine Freunde, sofern ich sie eingeladen habe, diese App auch zu nutzen) sehen das und können dies kommentieren. Fremde Leute, die die gleichen Ziele haben wie ich, sehen das auch und kommentieren dies, was zur Folge hat, dass ich ständig Push-Nachrichten von wirklich fremden Leuten bekomme. Unter Freunden kann das bestimmt spaßig sein und als Motivation dienen. Die ganzen Fremden bräuchte ich jetzt nicht.

Weitere Informationen:

Erhältlich ist Mentor hier

Aufgezeichnet von: Manuela Hartung

Lukas und das Mentor Team
Interviewpartner: Lukas Kampfmann
Bevor Lukas Mentor mit seinen Uni-Freunden gestartet hat, reiste er für zwei Jahre um die Welt. Er studierte Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der UdK Berlin, entwarf ein Mode-Label und half einem Magazin, zu einer Mediengruppe zu werden. Aktuell nutzt Lukas Mentor, um jeden Tag zu meditieren.