Milder Kohl: Blumenkohl ist ein Champion unter den Gemüsearten

Wusstest du, dass es Blumenkohl nicht nur in weiß, sondern auch in grün oder violett gibt? Dieser vielfältige Kohl wird oft vergessen, wenn es um gesunde Kohlsorten geht. Zu Unrecht!
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von evidero Redaktion
Gesunder Blumenkohl© nblxer - Fotolia.com

Blumenkohl ist ein Zuchtgemüse, das bereits seit dem Mittelalter auch in Deutschland angebaut wird, auch wenn es eigentlich aus dem Mittelmeerraum stammt.

So finden wir ihn in dem Gemälde „Marktfrau am Gemüsestand“ des niederländischen Malers Pieter Aertsen bereits zweihundert Jahre später 1567 in zentraler Position dargestellt.

Blumenkohl gibt es auch in grün oder violett

Damit der Blütenstand des Blumenkohls weiß bleibt, muss er während der Reife durch Zusammenbinden der Deckblätter oder durch gezüchtete Deckblätter selbstregulierend (autogen) vor Sonnenlicht verborgen werden.

Aber nicht nur die weiße Klassik finden wir auf unseren Märkten. Mittlerweile werden auch wieder grüne und sogar violette „Röschen“ angeboten, weil erkannt wurde, dass damit auch wichtige gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe zusätzlich generiert werden können.

Glücklicherweise ist Blumenkohl nicht von unseren Tellern verschwunden. Dieses unscheinbare Gemüse ist ein kleiner Gesundbrunnen – es würde uns fehlen. Zöger nicht, es noch heute zu genießen.

Blumenkohl – Arznei aus der Natur

Aktuellen Studien zufolge bietet Blumenkohl dem menschlichen Körper einen erheblichen Schutz gegen Herzerkrankungen, Krebs, Diabetes und rheumatoider Arthritis.

Besonders die grünen Blumenkohlköpfe bestechen durch den Gehalt an Beta-Carotin(Provitamin A), die violetten Vertreter überzeugen durch Antioxidantien aus dem roten Farbstoff, wie beim Rotkohl und Rotwein.

Blumenkohl vermindert das Krebsrisiko

Normale menschliche Zellen enthalten ein Protein(Gen) namens p53. Es wurde 1993 zum Molekül des Jahres gewählt. Das p53-Protein besitzt die Fähigkeit, die ständige Erneuerung von Zellen zu unterbrechen und damit die Ausbreitung einer verdächtigen oder entarteten Zelle zu verhindern. Die Zelle hat dadurch mehr Zeit, beispielsweise durch Strahlung oder Giftstoffe verursachte DNA-Schäden zu reparieren oder bei nicht korrigierbaren Fehlern der Erbinformation(Genom) den programmierten Zelltod einzuleiten.

Seine Aufgabe ist es also, das Wachstum von Krebszellen zu unterdrücken oder zu verhindern. Wird dieses Protein jedoch selbst verändert(mutiert), kehrt sich der Prozess um, und das Gen ermöglicht die Teilung der unkontrolliert wachsenden(malignen) Zellen, die zu Krebs führen können.

Eine Studie der Duke University* weist auf die Wirkung von Isothiocyanaten hin, die mutierte Eiweißstoffe binden und aus der Zelle entfernen. Dadurch kann das Gen p53 weiterhin die Tumorbildung blockieren. Isothiocyanate sind aus Blumenkohl mit der Nahrungsaufnahme verfügbar.

Eine Portion Blumenkohl täglich kann offenbar das Risiko für Lungenkrebs um bis zu 61 Prozent reduzieren, wie eine weitere wissenschaftliche Studie aufzeigen konnte. Eine andere Studie besagt, dass die Chancen für die Entwicklung einer Krebserkrankung um 27 Prozent reduziert wird, wenn Blumenkohl mindestens einmal pro Woche im Ernährungsplan enthalten ist.

Blumenkohl bekämpft Zivilisationskrankheiten

Blumenkohl kann noch viel mehr. Ein weiterer Inhaltsstoff Indol-3-carbinol reduziert das zu Arteriosklerose führende Cholesterin in den Zellen, verbessert zudem die Thrombozytenfunktion und reduziert damit stark das Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Blumenkohl ist wie alle Kohlsorten reich an Vitamin C und verringert dadurch das Risiko, an Diabetes Typ II zu erkranken.

Der regelmäßige Verzehr von Blumenkohl vermindert das Risiko gelenkschädigender rheumatoider Arthritis.

Unter den Gemüsen ist Blumenkohl ein echter Champion, weil er neben Provitamin A (beta-Carotin), Vitamin B und E, einer erheblichen Menge an Vitamin C auch noch Mineralstoffe wie Kalium, Natrium, Calzium, Magnesium, Phosphor und Eisen enthält; obendrein bietet er noch die essenziellen Spurenelemente Chrom, Zink, Mangan, Kupfer und Selen.

Blumenkohl – ein fast komplettes Gemüse mit wenig Kalorien

Blumenkohl enthält nur geringe Mengen an Kohlenhydraten und Protein und fast kein Fett. Aufgrund seiner Zusammensetzung beeinflusst Blumenkohl die Verdauung im gesamten Verdauungstrakt vom Magen bis zum Dickdarm.

Er ist sehr geeignet für Personen mit Magenerkrankungen, wie Gastritis oder Geschwüren und wirkt positiv bei Verstopfungen, da er durch die faserigen Ballaststoffe die Durchlässigkeit im Dickdarm regelt; daher eignet er sich auch bei gereiztem und entzündetem Dickdarm.

Tipps zur Zubereitung von Blumenkohl und gegen Blähungen

Um die zahlreichen Inhaltsstoffe zu bewahren, erhitzt man Blumenkohl bei der Zubereitung im Dampf und betropft ihn mit Öl und Zitronensaft – so ist er leichter verdaulich und sehr viel weniger aufblähend. Gegen die mit dem Verzehr von Gemüsen aus der Kohlgruppe häufig einhergehenden Blähungen hilft auch die Beigabe von Kümmel zur Speise oder ein Kümmel-Fenchel Tee.

Blumenkohl-Parmesan-Rösti

  • 1-3 EL Olivenöl
  • 500 g frischer Blumenkohl (oder gefroren)
  • 1-2 Scheiben altes Brot (Brotkrümel)
  • 5 EL geriebener Parmesan
  • 1 Bio-Ei
  • 2 EL frische Petersilie
  • 1/4 TL Knoblauchpulver
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung

1. Den Ofen auf 180 Grad (Umluft) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

2. Gefrorenen Blumenkohl auftauen lassen. Frischen Blumenkohl in kleine Stücke schneiden. Mit Olivenöl für 15 Minuten anrösten.

3. In einer großen Schüssel den Blumenkohl nochmal verkleinern, Brotkrümel, Parmesan, das Ei, Petersilie, Öl und die Gewürze gut vermengen. Am besten mit den Händen arbeiten.

4. Mit den Händen ovale oder runde Rösti formen und auf das Backpapier legen. Für 20 Minuten im Ofen backen, die Rösti wenden und nochmal 15 Minuten backen. Warm servieren.

* J Biol Chem. 2011 Sep 23; 286(38): 33591–33600.
Dietary Isothiocyanate-induced Apoptosis via Thiol Modification of DNA Topoisomerase IIα*
Ren-Kuo Lin, Nai Zhou, Yi Lisa Lyu, Yuan-Chin Tsai, Chang-Hsien Lu, John Kerrigan, Yu-tsung Chen, Ziqiang Guan, Tao-Shih Hsieh and Leroy F. Liu

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