Außergewöhnliche Eissorten: Es muss nicht immer nur Schoko sein

Endlich wird es wieder wärmer! Zur Erfrischung braucht man jetzt was Kühles. Fruchteis, Milcheis oder doch ein Biereis? Über mehr oder weniger Genüßliches!
von Nora Jakob
Leckere Eissorten für den Sommer© Kalim - Fotolia.com

Egal ob Vanille-, Erdbeer-, Schoko- oder Stracciatella-Eis. Hauptsache es kühlt. Denkste! Schon lange geht die Auswahl, die man in der Eisdiele vorfindet, über diese Klassiker hinaus, hat evidero-Bloggerin Nora Jakob festgestellt.

Neulich war ich zum ersten Mal in der Eisdiele, die keine 50 Meter entfernt von meiner Wohnung neu eröffnet hat. Als ich die Sorten „Birne-Chardonnay“, „Ananas-Minze“ und „Kokosmilch-Limette“ entdeckte, wusste ich gleich, dass hier kreative Eiskonditoren am Werk sind. Ein Testlauf überzeugte mich. Und seitdem schaue ich immer mal wieder, ob die Eisdiele neue Kreationen im Angebot hat.

Allerdings geht es auch anders: Bei „Erdbeer-Thunfisch“ , „Gorgonzola-Nuss“ und „Biereis“ wird die Vorstellung einer leckeren Erfrischung zum Beispiel schon schwieriger — zum Glück lassen meine Eiskünstler von solchen Sorten ihre Finger. Die Geschmacksgrenze zieht zwar bekanntermaßen jeder für sich, aber ich gebe zu, dass mir an dieser Stelle der Mut fehlt, um eine vermeintliche Unsorte als potenzielles Lieblingseis enttarnen zu wollen.

Eis, Sorbet oder Shake? Hauptsache selber machen

Die Grundlagen für Milcheis, Fruchteis und Sorbet nach der deutschen Speiseeisverordnung

  • Sorbet: Fruchtmark, Zuckersirup, Eischnee oder Sahne
  • Fruchteis: Min. 20% Früchte, bei sauren Früchten min. 10%
  • Cremeeis: Min. 50% Milch, kein Wasser, dafür aber Ei oder Eigelb
  • Milcheis: Min. 70% Milch

Die mutigsten Gourmets findet man sowieso zu Hause in deren eigener Küche. Wenn man nämlich mal keine Lust hat, die Eisdielen nach tollen Sorten abzuflanieren, gibt es auch die Möglichkeit – ohne großen Aufwand – seine Lieblingseissorte selbst zu kreieren.

Ein Weg ist der Gebrauch von Diamant-Eiszauber. Kinderleicht, ohne Eismaschine und mit nicht mehr als fünf Minuten Arbeitsaufwand lässt sich so das ganz eigene Joghurt-, Milch- oder Fruchteis herstellen. Auf der Homepage von Eiszauber kann man sich sogar mit anderen Feinschmeckern über Rezepte austauschen. Mein persönliches Fabrikations-Highlight war eine Nutella-Keks-Mischung.

Wie wäre es mit Superfood Eis? Rezepte für ein Blaubeer-Eis mit Acai oder ein Avocado-Eis findest du in unserer Rezension zum Buch “Superfood Eis”

Eine andere Möglichkeit, seinen Freunden eine Überraschung zu bereiten, ohne die ganze Küche zu verwüsten, ist die Herstellung eines erfrischenden Sorbets. Auch hier kann man mühelos innerhalb weniger Minuten und mit wenigen Zutaten ein kleines Sommerwunder entstehen lassen.

Besonders labend wirkt zum Beispiel ein Minzsorbet. Man benötigt lediglich Wasser, Weißwein, Zucker und Minze und natürlich Zeit, damit das Sorbet anfrieren kann. Sorbets eignen sich bei Menüs auch bestens als Zwischengang. Aber Achtung: So eine Zucker-Weißwein-Mischung, die auch noch lecker schmeckt, kann schnell mal zu Kopf steigen. Ich spreche da aus Erfahrung…

Wer sich in puncto kühle Getränke international inspirieren lassen möchte, kann vor allem in die USA schauen. Hier werden verschiedene Eissorten mit Softdrinks vermischt. Statt Eiskaffee wird zum Beispiel auch gerne Cola mit Vanilleeis ge…trunken?! Für alle, die sich an so etwas vergnügen möchten, sei jedoch warnend vorgegeben, dass manche Mischungen, zum Beispiel „Fanta + Eiscreme“  besonders schäumen können. Aber gerade der Schaum ist das Leckere!

Fruchteis — eine kalorienarme Alternative

Bei all den eisigen Möglichkeiten, heißen Tagen die Stirn zu bieten, müssen aber auch die Grenzen beachtet werden. Wie sieht es da zum Beispiel bei den Kindern aus? Ist das kalte Eis vielleicht zu kalt für unsere Liebsten? Nein. Wenn das Eis im Magen ankommt, wurde es bereits auf etwa 20 Grad erwärmt und ist bestimmt nicht schädlich. Bei Kältekopfschmerz sollte man lediglich ein bisschen langsamer vom Kühlen naschen.

Wie so oft kommt es viel mehr auf das richtige Maß der Menge an – bei Kindern wie auch bei Erwachsenen. Für Erwachsene, die auf ihre Linie achten möchten, ist eine Kugel Eis circa 100 Kalorien wert. Fruchteis hat dabei etwas weniger Kalorien als Milcheis. Neben einer Kalorienbombe wie Sahne- oder Nusseis wirkt zum Beispiel Zitroneneis mit weit unter 100 Kalorien beinahe wie ein Schlankmacher.

Die meisten Menschen dürften mit ansteigendem Quecksilber im Thermometer das Interesse am Kalorienzählen allerdings verlieren. Das ist auch gut so. Gerade bei hohen Temperaturen ist das beste Rezept: Füße hoch und den Körper ruhen lassen – eventuell bei einem Eis oder Sorbet. Hauptsache, es schmeckt!

Und wer doch etwas für seinen Körper tun möchte, der wählt Zitroneneis – spätestens seit Pünktchen und Anton wissen wir alle: Zitroneneis hält unsere Zähne weiß. Meine Eisdiele um die Ecke hat übrigens Zitroneneis mit richtigen Zitronenstücken drin im Angebot. Das werde ich beim nächsten Mal testen.

evidero Rezepte

1. Bananen-Cashew Eiscreme

Du brauchst: Einen Abend zur Vorbereitung, einen Mixer und eine Küchenmaschine

  • 300 g Cashewkerne
  • 4 sehr reife Bananen
  • 1 Vanilleschote
  • Eine Prise Salz
  • 5 EL Ahornsirup
  • 1 EL Kokosöl
  • 1 TL Zitronensaft
  • Eine handvoll Walnüsse oder Cashewkerne
  • ½ Tafel Zartbitterschokolade
  1. Bananen schälen, in Stücke brechen und in einem Gefrierbehälter über Nacht einfrieren.
  2. Die Cashewkerne für 4 Stunden oder über Nacht in Wasser einweichen. Danach gut durchspülen, das Wasser wegschütten.
  3. Die Bananen ungefähr 10 bis 15 Minuten vor der Benutzung aus der Gefriertruhe holen.
  4. Cashews mit einem halben Liter Wasser in einen Mixer geben und cremig mixen. Vanille aus der Schote kratzen und sie zusammen mit der Cashewcreme und den Bananen in einer Küchenmaschine mixen. Salz, Ahornsirup, Kokosöl und Zitronensaft hinzufügen.
  5. Schokolade und Nüsse klein hacken und unterheben. Die Eiscreme in einen Gefrierbehälter füllen und für 4 Stunden einfrieren. Danach am besten komplett aufbrauchen und genießen.

2. Lavendel-Heidelbeer Eiscreme

Du brauchst: Einen Abend zur Vorbereitung, einen Mixer und eine Eismaschine

  • 2 Dosen Bio-Kokosmilch
  • 3 EL getrocknete Lavendelblüten + 1 EL extra
  • 4 EL Honig oder Ahornsirup
  • 2 EL Tahini
  • 1 EL Pfeilwurzstärke
  • 250 g Heidelbeeren
  1. Kokosmilch und Lavendelblüten in einem kleinen Topf aufkochen lassen, danach zugedeckt für 5 Minuten leicht köcheln lassen.
  2. Beiseite stellen und abkühlen lassen. Durch ein Sieb in einen Mixer füllen.
  3. Die extra Lavendelblüten, Süßungsmittel, Pfeilwurzstärke, Tahini und Heidelbeeren dazu geben. Pürieren und in einen Behälter füllen.
  4. Die Creme über Nacht kühlen.
  5. Am nächsten Tag mit einer Eismaschine zubereiten, in einen Gefrierbehälter geben und entweder direkt verzehren oder für 4 Stunden einfrieren.

3. Zitronen-Mohn Eiscreme

Du brauchst: Einen Abend zur Vorbereitung und eine Eismaschine

  • 2 Bio-Zitronen, Saft und Zest
  • 150 g Kokosblütenzucker
  • 300 ml Hafermilch oder Kuhmilch
  • 150 ml Hafersahne oder Kuhsahne
  • Eine Prise Salz
  • 4 Eigelb
  • 3 EL Mohn
  1. Zitronensaft und Zest mit dem Zucker in einem kleinen Topf aufkochen. Unter Rühren bei mittlerer Hitze einkochen. Danach abkühlen lassen.
  2. Milch, Sahne und Salz aufkochen.
  3. Eigelbe in einer Schüssel schaumig schlagen und die heiße Milch dazugießen.
  4. Mohn einrühren. Zitronenzucker einrühren.
  5. Die Masse über Nacht in den Kühlschrank stellen.
  6. Am nächsten Tag mit einer Eismaschine zubereiten, in einen Gefrierbehälter geben und entweder direkt verzehren oder für 4 Stunden einfrieren.

Autorin: Nora Jakob
Nora Jakob, 25, studiert Politikwissenschaft und Medienmanagement an der Universität zu Köln. Sie arbeitet außerdem arbeitet als freie Journalistin für Online- und Printmedien mit dem Schwerpunkten Politik, China und Essen. Praxiserfahrungen sammelte die KAS-Stipendiatin unter anderem bei Maybrit Illner; hartaberfair, der Rheinischen Post und der Nachrichtenagentur dapd.
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