Alpencross Mountainbike: Mit dem Mountainbike durch die Alpen – Die zweite Teilstrecke

Bernd Schiermeister setzt seine Radtour fort und berichtet uns von der zweiten Teilstrecke Richtung Mittelmeer.
von Bernd Schiermeister
Ausruhen am Bach© Bernd Schiermeister

Sonne, Schweiß und Muskelkater. Klingt nicht nach Spaß? Ist es aber, wenn man Aktiv-Urlaub mag. evidero-Experte Bernd Schiermeister hat im August 2013 eine Tour quer durch die französischen Alpen geleitet und berichtet uns nun davon. Heute: Tag vier bis Ende.

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Der vierte Tag

Ausgeruht geht es am nächsten Tag weiter. Wir müssen hoch. Was auch sonst. Nach dem Prolog, einem moderaten Anstieg über die Straße, geht es ins Gelände. Der Pfad ist so eng und steil, dass uns zwei Stunden Schieben und Tragen nicht erspart bleibt. Später geht es über Waldwege und Asphalt bis hoch ins Skigebiet „Le stade de neige de Soleihas Vauplan.“ Die Lifte stehen, es ist ja schließlich Sommer. Schmetterlinge, wohin man blickt. Oben auf dem Kamm gibt es keinen Baumwuchs mehr, stattdessen finden wir Kalkstein und magere Wiesen. Einzigartig die Abfahrt: Erst auf dem Kamm entlang, dann ein paar blockierte Pfade, später dann flüssige Trails. Wir sind fast drei Stunden mit der Abfahrt beschäftigt. Eigentlich wollen wir nicht mehr weiter. Nous sommes faitigue – wir sind müde! Aber der Bürgermeister von Saint Auban erklärt uns: „Bis zum Zielort geht es nur abwärts.“

Kurz vor dem Zielort kommen wir zum „Clues de Saint Auban“ und schauen in die Schlucht des L´Estéron. Die Clue de Saint Auban ist eine Schlucht, durch die die schmale Departementstraße 2211 zwischen Le Beausset (S) und Briançonnet (NO) hindurchführt. Die Straße ist kurvenreich und wird durch kurze Tunnel unterbrochen. Wegen ihres Ausblicks und der anspruchsvollen Strecke wird die Schlucht von Outdoor-Sportlern – und auch von uns – sehr geschätzt. Denn es wird schwierig: Die Trails sind sehr eng, vor allem die Abfahrt ist sehr schwer und spektakulär. Nach diesem Stück sind wir erleichtert, dass es recht relaxt, aber mit schönen Aussichten zum Zielort weiter geht.

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Der fünfte Tag

Neuer Tag, neuer Anstieg. Auf Single-Trails und gut befestigtem Schotterweg geht es wieder aufwärts und wir schrauben uns hoch bis auf circa 1.300 Meter über NN. Wir sind im Parc naturel regional du Verdon und bewegen uns ausschließlich auf ausgewiesen Strecken. Das Wegenetz ist phänomenal. Links von uns sehen wir immer wieder den türkis leuchtenden Lac de Castilion. Auf Single-Trails befahren wir den Bergkamm, bevor es wieder hinuntergeht nach Castellan. Wir sind früh da und erfrischen uns an oder in der Verdon. Im Frühjahr ist hier meist wenig los, aber nun wimmelt der kleine Ort von Outdoor-Freaks. Wir befinden uns also in guter Gesellschaft.

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Der sechste Tag

Für den nächsten Tag habe ich eine Relaxtour geplant, trotzdem bleiben uns die Höhenmeter natürlich nicht erspart. Aber die Entfernung ist moderat, so dass wir schon am frühen Nachmittag am Pool in Puget Theniers liegen und entspannen können. Castagniers heißt der nächste Ort. Wir müssen noch mal hoch. Auf der Kammfahrt können wir uns an dem herrlichen Ausblick und den hübschen kleinen Orten erfreuen.

Und dann, zwar erwartet aber doch überraschend, sehen wir ein Schild. Nur noch 56 Kilometer bis Nizza! Aber wir haben nicht den direkten Weg gewählt. Im Tal geht es wieder auf den „Chemin du Soleil“. Der Weg ist ziemlich blockiert und zugewachsen. Wir müssen häufig schieben: Zusätzlich drückt das Gepäck, circa neun Kilogramm auf dem Rücken. Bei St. Martin du Var, kurz vor unserm nächsten Zielort, erfrischt uns noch einmal ein kleiner – der einzige – Schauer. Man fühlt die Cote d´ Azur. Die Temperaturen sind circa fünf Grad höher als in den Bergregionen.

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Der siebte und letzte Tag

Am nächsten Tag sind nur noch Straßen angesagt und wir rollen entspannt nach Nizza. Zum Zielort sind es noch einmal 60 Kilometer durch Nizza, Monaco und Menton. Die Abschluss-Steigung nach Sospel saugt uns die letzten Körner aus den Beinen. Aber wir gehen mit Ehrgeiz den Berg an und kommen glücklich nach guten 450 Kilometer mit etwa 10.000 Höhenmetern in Sospel an. Dieser Urlaub war anstrengend, aber schön. Ich freue mich schon auf die nächste Tour – vielleicht mit Ihnen?

Auch für 2014 habe ich einige Touren geplant, zum Beispiel im späten Frühjahr ins Burgund und im Sommer einmal in die Bretagne und einmal in die nördlichen Alpen. Das Besondere an meinen Touren ist, dass ich sie sehr individuell auf Leistung, Kenntnisse und Wünsche der Teilnehmer planen kann und so zum Beispiel auch niemand Hemmungen haben muss, wenn er bei einer Tour in Frankreich vielleicht die Sprache nicht versteht. Ich habe viele regionale Kontakte, um jede Reise zu einem Erlebnis werden zu lassen und erstelle gerne auf Bestellung eine Reiseroute auch für Sie.

Erstmal gibt es aber noch mein Sportcamp in Nordholland im März – alle Infos finden Sie im Service unter dem Artikel. Ich würde mich freuen, wenn Sie dabei sind.

Bernd Schiermeister ist Personal Trainer im Bereich Fitnesstraining. Seine Schwerpunkte liegen beim Radfahren, Rumpftraining, Laufen, Wandern und Rückentraining...